Schwank aus der Jugend
„Das letzte Einhorn“: 40 Jahre für ein Kunstwerk

Nur wenige wissen, dass der Zeichentrickfilm „Das letzte Einhorn“ auf einem Buch aus dem Jahr 1968 beruht. Komisch, dass es trotz anhaltender Popularität mehr als 40 Jahre gedauert hat, bis sich jemand an eine Comicversion des Romans gewagt hat.


Marvel-Autor Peter B. Gillis hat sich der Vorlage angenommen und orientiert sich in seiner Version stärker an Peter S. Beagles Buch als es der Film getan hat. Die Ausgangssituation ist aber immer noch dieselbe: Der Comic spielt in einer Zeit, die eine Mischung aus Mittelalter und Renaissance ist und erzählt von der Suche nach Artgenossen. Nach hunderten von Jahren ohne Sorgen erfährt ein Einhorn eher zufällig, dass es das Letzte seiner Art ist. Die anderen Einhörner wurden von einem Stier aus Feuer gefangen genommen, der wiederum dem Kommando von König Haggard untersteht. Grund genug für das Einhorn, sich auf den Weg zu machen und ein ernstes Wörtchen mit dem Herrscher zu sprechen. Allerdings machen ein paar Jahre in einem friedlichen Wald naiv und so hat das Fabeltier keine Ahnung, wie gefährlich eine Reise sein kann. Zum Glück findet es durch seine Umwege schnell ein paar Begleiter, die ihm bis ans Ende folgen werden…

Einhorn 2.0

Der Film mag den Kern der Geschichte gut eingefangen zu haben, doch wie es bei Adaptionen für die große Leinwand so ist, kann nicht alles in 90 Minuten gezeigt werden. Noch nie von der Szene gehört, in der Zauberer Schmendrick von Dorfbewohnern mit Gewehren bedroht wird? Das kommt davon, wenn man nur die Verfilmung kennt. „Das letzte Einhorn“ bringt im Sammelband von Panini Comics auch die philosophischen Ansätze ein, die Beagle in seinem Roman aufgegriffen hat. Zugegeben, Peter B. Gillis hatte es leicht, sein Script umzusetzen, denn er folgt dem Buch fast zu 100 Prozent. Einen ungleich größeren Aufwand hatte Zeichnerin Renae de Liz, die hier eine absolut geniale Arbeit vorlegt. Jedes Bild ist ein kleines Kunstwerk. Jede Figur lässt sich sofort wiedererkennen, ohne dabei die Designs des Films zu kopieren. Da die Dialoge 1:1 der Vorlage entnommen sind, dürfen auch Büchermuffel zuschlagen und danach behaupten, den Roman gelesen zu haben. Bis auf einige wenige Konzeptzeichnungen und schriftlose Cover gestalten sich die Extras recht dünn, die Qualität dieses Comics ist aber trotzdem über alle Zweifel erhaben.

Der Comic „Das letzte Einhorn“ ist in der deutschen Gesamtausgabe als Soft- und auf 111 Exemplare limitiertes Hardcover erschienen.

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